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Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik

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Emil Lange (1841-1926) Lagerhalle mit Magazinen und Verwaltungsgebäuden, Studienarbeit an der École des Beaux-Arts in Paris, um 1861
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Der Masterstudiengang „Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik“ an der TU Berlin

Unser Handeln und Denken ist aufs Engste mit Wissenschaft und Technik verbunden. Wie lässt sich dieses Verhältnis erforschen, verstehen und einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln?

Der forschungsorientierte Masterstudiengang "Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik" (GKWT) an der TU Berlin kombiniert in einzigartiger Form drei Perspektiven auf wissenschaftliche und technische Entwicklungen:

Die Wissenschaftsgeschichte untersucht die Entstehung und Entwicklung der Wissenschaften und ihrer Wissensbestände in den jeweiligen politischen, sozialen und kulturellen Kontexten. Sie sensibilisiert für die vielfältigen und sich stets wandelnden Zwecke der Wissenschaften, für die historische Bedingtheit ihrer heutigen Form und für die historische Geprägtheit wissenschaftlichen Wissens.

Die Technikgeschichte liefert einen zentralen Beitrag zum Verstehen von Kultur, indem sie die ganze Bandbreite kultureller und gesellschaftlicher Voraussetzungen, Nutzungen und Deutungsmuster von Technik analysiert. Stärker als andere historische Disziplinen nimmt sie die Objekte selbst in den Blick: Sie erforscht, wie technische Artefakte erfunden, konstruiert und produziert werden und wie Menschen sich Technik in verschiedensten Lebensbereichen aneignen.

Die Literaturwissenschaft behandelt die zunehmende Verwissenschaftlichung und Technisierung der Lebenswelt in theoretischer und historischer Perspektive als "Kulturen des Wissens". Sie interessiert sich dabei für den Wandel der semiotischen und materiellen Praktiken, in denen sich der Mensch über künstliche Milieus innerhalb der Natur einrichtet. Sprache und Technik begreift sie gleichermaßen als symbolische Ordnungen, die über das Verhältnis des Menschen zu den Dingen und der Dinge zu ihm entscheiden. 

Im Verlaufe des Studiums wird eine der drei Perspektiven zum Schwerpunkt gewählt. Wir bieten durch die Kombination historischer und kulturwissenschaftlicher Methoden ein fundiertes Lehrangebot, das ein breites fachliches Profil vermittelt und den Blick für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Themen, Methoden und Theorien der drei Bereiche schärft. Studierende erlangen die Kompetenz, die Geschichte und Kultur von Wissenschaft und Technik von der Antike bis in die Gegenwart auf dem aktuellen Stand der Forschung zu befragen und die Ergebnisse innerhalb und außerhalb der Universität qualifiziert zu präsentieren.

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Wissenschaftsgeschichte

Im Schwerpunkt Wissenschaftsgeschichte beschäftigen Sie sich mit der historischen Entwicklung der Wissenschaften. Hinter allen Themen, die in diesem Fach untersucht werden, steht die große Frage: Was ist Wissenschaft? Wir fragen, wie bestimmte wissenschaftliche Disziplinen entstanden sind, wie bestimmte Methoden etabliert wurden, wie die Wissenschaft zu dem wurde, was sie heute ist. Dies schließt ausgewählte und vergleichende Untersuchungen von Wissenschaften verschiedener Epochen und unterschiedlicher nationaler, regionaler und sprachlicher Räume auch unter genderspezifischen Aspekten ein. Dabei geht es einerseits um die historischen, theoretischen, materiellen und kulturellen Voraussetzungen für neues wissenschaftliches Wissen und wissenschaftliche Innovationen, andererseits um deren Bedeutung, Funktion und Reflexion in Kultur und Gesellschaft.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten auch erkenntnistheoretische Fragen, die die herausragende Geltung wissenschaftlichen Wissens – beispielsweise im Unterschied zu Alltagwissen – historisch erkunden. Welche Rolle spielen die Etablierung und Veränderung wissenschaftlicher Standards, bestimmte Beweisformen, experimentelle Bestätigung und theoretische Voraussage?

Die Wissenschaftsgeschichte, wie sie an der TU Berlin gelehrt wird, möchte sowohl die an den Naturwissenschaften interessierten Geisteswissenschaftler als auch Naturwissenschaftler ansprechen und gewinnen, die mehr über die Entstehung und Entwicklung der Wissenschaften erfahren möchten.

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Technikgeschichte

Im Schwerpunkt Technikgeschichte untersuchen Sie, wie Menschen in unterschiedlichen Epochen und Kulturen technische Artefakte entwickelt und genutzt haben und wie sie durch Technik ihre Lebenswelten immer wieder neu geprägt haben. Technikgeschichte beschäftigt sich also nicht nur mit herausragenden Leistungen genialer Erfinder. Vielmehr nimmt sie alle Dimensionen des Verhältnisses von Mensch und Technik im Verlauf der Geschichte in den Blick – von der beeindruckenden Erweiterung der Grenzen des technisch Machbaren bis zur Verschrottung technischer Konsumgüter.

Sich das inhaltliche und methodische Grundlagenwissen der Technikgeschichte anzueignen heißt, interdisziplinär zu arbeiten: die Technikgeschichte kooperiert mit den Ingenieurwissenschaften, um Rahmenbedingungen von Innovationen und technischem Wissen zu verstehen; sie nutzt Fragestellungen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, um ein umfassendes Bild der gesellschaftlichen und ökonomischen Kontexte von Technologien zu erhalten; sie orientiert sich schließlich an den Kulturwissenschaften, um die symbolische und lebensweltliche Dimension der Technik zu verstehen.

In den Lehrveranstaltungen zur Technikgeschichte im forschungsorientierten Master GKWT erhalten Sie einen Überblick über die vielfältigen Inhalte und Fragestellungen einer dynamischen Teildisziplin der Geschichtswissenschaft. Ziel ist es, mit den so erworbenen analytischen Fähigkeiten auch gegenwärtige und zukünftige Tendenzen der Entwicklung von Technik und Gesellschaft kompetent beurteilen zu können.

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Kulturen des Wissens

Im Schwerpunkt „Kulturen des Wissens“ behandeln Sie Wissenschaft und Technik als maßgebliche Faktoren, über die das geschichtlich wandelbare Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zum Leben und zur Natur im Ganzen immer wieder neue Formen annimmt. Diese Formen analysieren Sie mit Hilfe von Arbeitsweisen aus Literatur-, Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaft. Zugleich rücken Sie Literatur und Kunst bezüglich ihrer Produktion und Rezeption in wissenschafts- und technikhistorische Kontexte.  

Was im Schwerpunkt „Kulturen des Wissens“ für Sie zugänglich wird, ist die grundlegende Bedeutung, die kulturellen Praktiken wie Schreiben, Lesen, Sammeln, Ordnen und Berechnen für die Geschichte des Wissens und der Wissenschaften zukommt. Ein besonderes Interesse gilt der Produktion, Speicherung und Zirkulation von Wissen im Übergang von Büchern und Bibliotheken zu global vernetzten Arbeitsplätzen und Datenbanken. Damit wird zuletzt auch immer wieder die Frage aufgeworfen, wie sich die im 19. Jahrhundert entstandenen Geisteswissenschaften unter den gänzlich veränderten Bedingungen einer digitalen Wissenskultur künftig gegenüber den Natur- und Technikwissenschaften positionieren können.

Der Schwerpunkt „Kulturen des Wissens“ bietet insbesondere die Möglichkeit, ein literatur-, kunst-, kultur- oder medienwissenschaftliches BA-Studium mit einem wissensgeschichtlichen Schwerpunkt fortzusetzen und damit in einem für die aktuelle geisteswissenschaftliche Forschung sehr wichtigen Bereich vertiefte Kenntnisse zu erlangen. Studienverlauf (PDF, 50,0 KB)

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Der Studiengang wird von folgenden Fachgebieten getragen:

Zugangsvoraussetzung ist ein erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss in Studiengängen geistes- und kulturwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher, technikwissenschaftlicher, sozialwissenschaftlicher oder wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung. Daneben sind Kenntnisse des Englischen auf dem Niveau B 2 (GeR) nachzuweisen. Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache werden dringend empfohlen. Das Studium beginnt im Winter- und im Sommersemester. Die Regelstudienzeit einschließlich der Anfertigung der Masterarbeit umfasst im Vollzeitstudium vier Semester. Der Studiengang ist so organisiert, dass innerhalb der Regelstudienzeit optional ein studienbezogener Auslandsaufenthalt durchgeführt werden kann. Die Absolventinnen und Absolventen sind für alle Tätigkeitsfelder qualifiziert, in denen die historische und theoretische Reflexion technischer und naturwissenschaftlicher Entwicklungen sowie die damit verbundene Sprach-, Methoden- und Medienkompetenz gefordert sind. Hierzu gehören Tätigkeiten in der Forschung, im Wissenschaftsmanagement, in Stabsstellen und Planungsabteilungen der Wirtschaft und öffentlicher Einrichtungen sowie in wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen (u. a. Wissenschaftsredaktionen, Verlage, Archive, Wissenschafts- und Technikmuseen).

Der Studiengang ist aktuell zulassungsfrei. Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2016/17 endet am 31.08.2016. Der Termin der Einführungsveranstaltung für das Wintersemester wird im September bekanntgegeben.

Weitere Informationen zur Bewerbung und zum Studienablauf (Studien- und Prüfungsordnung, Modulkatalog, etc.) finden Sie auf den Studiengangsseiten der Fakultät I.

Achten Sie bitte bei der Bewerbung für den Masterstudiengang "Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik" darauf, daß Sie alle Unterlagen vollständig einreichen. Die Entgegennahme der Bewerbungen und die formale Prüfung im Rahmen des Zulassungsverfahrens liegt nicht bei der TU Berlin, sondern bei einem externen Dienstleister, der leider nur unzureichend Rückmeldung an die Bewerberinnen und Bewerber gibt.

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