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TU Berlin

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Forschung am Fachgebiet Wissenschaftsgeschichte

DFG-Projekt "Early Particle Physics" (Dr. Arianna Borrelli)

Das "dunkle Zeitalter" der Teilchenphysik: Isospin, Strangeness und die Entstehung physikalisch-mathematischer Begriffe in der Zeit vor dem Standardmodell (1950-1965) (Projekt BO 4062/2-1, DFG-Eigene-Stelle)

Die 1950er und '60er Jahre gelten heute als eine Art "dunkles Zeitalter" der Teilchenphysik: Eine lange Phase theoretischer Unsicherheit und verwirrender experimenteller Vielfalt, die erst mir dem Aufkommen des Standardmodells in den 1970ern zu Ende kam. Das Projekt beabsichtigt eine kritische Neubewertung dieser Ansicht und stellt zugleich die erste umfassende historische Analyse dar, die sich mit den konzeptuellen Entwicklungen der 1950er und '60er Jahre als selbständigem historischem Komplex beschäftigt und sie nicht bloß als ein "Vorspiel" auf das Standardmodell betrachtet. Das Vorhaben zeichnet sich durch einen innovativen Fokus auf Konzeptentstehung eher als auf Theoriekonstruktion aus und erforscht die Dynamik der Formierung und Entwicklung von Isospin und Strangeness, zwei Konzepte, die in den 1950ern entstanden, um erst zwei Jahrzehnte später in das Standardmodell eingebettet zu werden.

DFG-Projekt "Begriffe in Arbeit" (Karin Pelte)

German Research Foundation (DFG) Project „Concepts at Work. The dynamics of scientific concepts in the studies on multiple and interacting galaxies (1925-1980)”

The project proposes the thorough investigation of the dynamics of a central, yet to this day debated concept of astrophysics – the “galaxy” – in the context of the long term development (c1925-1980) of one of its instigating research strands: the study of multiple and interacting galaxies. Highly heterogeneous yet limited in terms of number of researchers, galaxy studies and their various branches emerging alongside with and after E.P. Hubble have so far been largely overlooked by the history of science. The analysis of this specific strand promises to uncover crucial aspects of the fundamental change in cosmology in this period, in which galaxies turned from stationary island universes and measuring points of a mapping science into 'laboratories' of an 'experimental' science. The project's main focus on the underlying networks of concepts put to work by the pertaining research collective constitutes an innovative approach in the historical study of research dynamics in modern astrophysics. Often thought of as a collection of unexpected, serendipitous discoveries based on technological innovation rather than theoretical predictions, concepts – as for example the “neutron star” or “black hole” – have come to be seen by the astrophysicists themselves as the only constants in this knowledge production. Aimed at a critical reassessment of this view, the project intends to explore the latent readjustments of the network of concepts by members of the research collective in their scientific communication and how these allowed for the integration and co-existence of the sometimes strongly diverging research outlooks before a more cohesive activity took shape in the context of international cooperations of extragalactic astronomy in the 1980s. Exploiting the comparative theory of science of Ludwik Fleck this historical study will contribute in the more general investigation of how astrophysical facts come into being and develop.

Versuche der empirischen Validierung und Legitimierung der Astrologie durch Horoskopsammlungen im 16. und 17. Jahrhundert (PD Dr. Günther Oestmann)

Die Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit bleibt ohne eine Betrachtung der Astrologie über weite Strecken unverständlich. Das Projekt will einen Beitrag zur Erschließung und quellen-kundlichen Aufarbeitung dieses historischen Wissenskomplexes im 16. und 17. Jahrhundert leisten, und zwar soll es um ein spezifisches Teilstück des Diskurses über die Legitimierung und Wissenschaftlichkeit der Astrologie, den Versuch einer empirischen Verifikation astrologischer Deutungsmuster mit Hilfe von Horoskopsammlungen, gehen. Hierbei handelt es sich um eine Quellengattung, die bislang nicht systematisch untersucht worden ist. Neben einer komparativen, inhaltlichen Erforschung soll deren Entstehungszusammenhang, wie auch die Position der jeweiligen Autoren im Diskurs um die Legitimation der Astrologie herausgearbeitet und über eine technische Analyse hinaus der Versuch unternommen werden, zu Aussagen über die Motivation der Kompilatoren zu gelangen. Dabei sollen insbesondere konfessionsspezifische Deutungen und Versuche herausgearbeitet werden, astrologische Befunde der jeweils eigenen Konfession dienstbar zu machen. Aus einem systematischen Vergleich des Horoskopbestands sollen Rückschlüsse auf Informations-netzwerke gezogen werden.

Ein besonderes Augenmerk wird der Horoskopsammlung Johannes Keplers gelten. Es soll ausgeleuchtet werden, wie sich dessen radikales Reformmodell einer astrologischen Physik zu seiner Beratungstätigkeit als Landschafts- und Hofmathematiker verhielt und ein Beitrag zu der Frage geleistet werden, welche Ursachen zum Niedergang der gelehrten Astrologie im Verlauf des 17. Jahrhunderts führten, bis diese schließlich aus dem Kreis der anerkannten Wissenschaften ausgeschlossen wurde.

Das Projekt wird von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert.

Projekt: Erstellen eines Registerbandes zur Leopoldina-Ausgabe „Goethe. Die Schriften zur Naturwissenschaft“ (Bd. III 2)

Von der Fritz Thyssen Stiftung finanziertes Projekt

Laufzeit: 3 Jahre (Feb. 2015 – Jan. 2018)

Projektleiter: Prof. Dr. Friedrich Steinle, zugleich Hrsg. gemeinsam mit Prof. em. Dr. Irmgard Müller

Mitarbeiter: Dr. Carmen Götz (seit Feb. 2015), Dr. Simon Rebohm (seit Sept. 2016), Dr. Bastian Röther (Feb. 2015 bis Aug. 2016)

Dienstort: Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Halle/Saale

Die Edition von Goethes Schriften zur Naturwissenschaft, die sogenannte „Leopoldina-Ausgabe“, umfasst 22 Bände, die in 30 Büchern vorliegen. Die Ausgabe besteht aus drei Abteilungen:

I. Abteilung
11 Bände
Goethes Schriften
II. Abteilung
10 Bände in 18
Materialien, Zeugnisse, Erläuterungen
III. Abteilung
2 Bände
Register: Der Verzeichnisband III 1 erschien 2014. Der Registerband III 2 soll 2018 erscheinen.

Die zwischen 1947 und 2011 publizierten Bände der I. und II. Abteilung enthalten Namenregister, teils auch geographischer Namen, von unterschiedlichem Umfang, Qualität und Tiefe.

Aufgabe des Projekts ist es, mit Hilfe der vorhandenen Register, aber in einem erneuten Durchgang durch die edierten Bände (insgesamt 4.170 und 12.120 Seiten), folgende Register zu erstellen:

·        Personenregister

·        Ortsregister

·        Naturalienregister I: Mineralien

·        Naturalienregister II: Pflanzen

·        Naturalienregister III: Tiere

·        Werkverzeichnis

Dabei werden einzelne (Unter-) Register bzw. Verzeichnisse separat ausgegeben:

·        Register biblischer, mythologischer und fiktionaler Personen

·        Goethe-Register (enthält Goethes Werke und Einzelschriften)

·        Korrespondenzregister

·        Zeitschriftenregister

Die Daten werden in eine eigens für dieses Projekt von der Internetagentur 3pc (Berlin) entwickelten, MySQL-basierten Datenbank aufgenommen, deren Entwicklung von der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina finanziert wird. Die aus dieser Datenbank generierbaren XML-Dateien sind Grundlage des gedruckten Registerbandes. Parallel dazu wird die Datenbank über das Internet öffentlich zugänglich sein.

Die Bildung und Entwicklung des Begriffs der virtuellen Teilchen​ (Dr. Adrian Wüthrich)

Teilprojekt 1 der DFG-Forschergruppe "The Epistemology of the Large Hadron Collider".

Website der Forschergruppe "The Epistemology of the Large Hadron Collider"

DFG-Projekt "Die Ordnung der Farben. Farbensysteme und Farbreferenzsysteme im Europa des 18. Jahrhunderts" (Tanja Kleinwächter)

Farbe ist und war und zu allen Zeiten ein Gegenstand von Forschungsinteresse in unterschiedlichsten Feldern, von Physik/ Naturphilosophie, Chemie oder Naturgeschichte über Malerei bis zu Drucktechnik oder Textilgewerbe. Gleichwohl sind diese Forschungen nur wenig in den Fokus historischer Arbeiten geraten. Das Projekt nimmt sich vor, für den besonders wichtigen Zeitraum des 18. und frühen 19. Jhs. und unter dem spezifischen Aspekt der Farbsystematisierung erstmals die Gesamtheit der europäischen Farbenforschung sichtbar zu machen und in Hinsicht auf ihre inneren Zusammenhänge und ihre Kontexte zu untersuchen. In zwei parallel angelegten Längsschnittstudien sollen alle Farbensysteme und Farbreferenzsysteme der Zeit erfasst, in eigenem Recht und in ihren wechselseitigen Bezügen und Entwicklungslinien untersucht und im wissenschafts- und wissenshistorischen, beginnend auch im kultur- und technikhistorischen Kontext der Zeit verortet werden. Eine zentrale Herausforderung beim Erarbeiten eines solchen Panoramas der Farbensystematisierung des 18. Jhs. liegt darin, Kriterien herauszuarbeiten, die eine den historischen Konstellation angemessene Gruppierung der Vielzahl der Systeme erlaubt. Das Projekt wird zum einen erstmals die Bedeutung der Naturgeschichte und der technischen Entwicklungen auf den Systematisierungsprozess herausarbeiten, zum anderen die Rolle und Entwicklung von Farbendiagrammen untersuchen. Die umfassende Datenerhebung ermöglicht eine Analyse, die werks- und personenorientierte Ansätze mit übergreifenden Konstellationen und Traditionslinien verbindet. 

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